Grindelallee 80: Leerstand endlich beendet – nun aber droht Luxussanierung

Heute wurde das Haus Grindelallee 80, das von dem bisherigen Eigentümer jahrelang systematisch entmietet und dem Leerstand überlassen wurde, zwangsversteigert. Die Linke in der Bezirksversammlung Eimsbüttel hatte in der Vergangenheit mit zahlreichen Anträgen und Aktionen immer wieder auf diesen Skandal hingewiesen und versucht, die Stadt zum Handeln zu bringen. Nun wurde das Haus trotz eines Brandschadens für 5 Millionen Euro verkauft. Das nahm die bisher sonst schweigsame und inaktive CDU-Bürgerschaftsfraktion zum Anlass, um sich zu Wort zu melden und einzig und allein die kurzfristige Besetzung des Hauses durch Studierende zu kritisieren.

"Was für ein Irrsinn: Jahrelang steht die Grindelallee 80 widerrechtlich leer, ohne das es die CDU kümmert. Kaum aber kommen Besetzer*innen ins Spiel, fordert die CDU unverzüglich, ‚geltendes Recht durchzusetzen‘. Hier werden Ursache und Wirkung verwechselt. Eigentümer*innen wie in der Grindelallee 80 muss das Handwerk gelegt werden, nicht Menschen, die auf diese unhaltbare Situation aufmerksam machen", sagt Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Mikey Kleinert, Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion in der Bezirksversammlung Eimsbüttel, macht sich Sorgen, wie es nun weitergeht: "Bei einem Kaufpreis von 5 Millionen Euro für ein Grundstück mit etwas über 750 Quadratmetern habe ich erhebliche Zweifel, dass es um bezahlbaren Wohnraum geht. Ich fürchte, dass dort etwas entsteht, das am Bedarf der Stadt vorbeigeht. Eine andere Lösung, wie zum Beispiel Wohnungen für Studierende, hätte ich sehr begrüßt. Wir hoffen, dass jetzt zumindest endlich etwas am Gebäude gemacht wird und dass es zügig wieder instandgesetzt wird. Damit hier endlich wieder Menschen wohnen können."