U5: Trotz Milliardenkosten viel zu spät für Klima- und Verkehrswende

Der Erste Bürgermeister, der Finanz- und der Verkehrssenator haben heute neue Zahlen für den geplanten Bau der U5 von Bramfeld nach Lurup vorgestellt. Der für eine Förderung des Bundes wichtige Nutzen-Kosten-Faktor soll bei 1,23 liegen. Für die 24 Kilometer lange Strecke werden die Kosten mit 16,5 Mrd. Euro veranschlagt, das sind umgerechnet 688 Mio. € pro Kilometer. Die Fertigstellung soll in 15 bis 20 Jahren erfolgen. Die vor zehn Tagen in Berlin eröffnete neue Straßenbahnstrecke M10 kostete 15 Mio. Euro pro Kilometer. Die Stadt Kopenhagen hat innerhalb von vier Jahren 28 Kilometer Straßenbahn gebaut.

„Bei diesen Kosten wird mir schwindelig. 16,5 Mrd. Euro für 24 Kilometer U-Bahn, die viele potenzielle Fahrgäste nicht mal erreicht und erst in den 2040er Jahren fertig wird, sind ein viel zu hoher Preis. Für die Klima- und Verkehrswende brauchen wir schnell ein viel größeres Bahnangebot. Für 16,5 Mrd. Euro lassen sich selbst bei einer Preisverdoppelung über 550 Kilometer Straßenbahn bauen. Und das in viel kürzerer Zeit", sagt Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. „Bürgermeister Tschentscher baut einen Popanz auf, wenn er behauptet, dass die Straßenbahn zwar billiger sei, aber nichts bringen würde. Dass Bürger*innen sich gegen den U-Bahn-Bau genauso zur Wehr setzten wie bei einer Straßenbahn, zeigten die Proteste am Hartzloh und die Klagen gegen die U5-Ost. Der Bürgermeister will einfach nicht akzeptieren, dass Hamburg nicht mehr 20 Jahre auf eine U-Bahn warten kann. Für die Verkehrswende müssen wir den oberirdischen Straßenraum umnutzen und nicht für die Autofahrer*innen erhalten. Der lockere Umgang des Senats mit öffentlichen Geldern in Milliardenhöhe ist verantwortungslos.“